Bayreuther Festspiele

Chronologie

1813 22.05. Richard Wagner in Leipzig geboren als neuntes Kind des Polizeibeamten Friedrich Wagner und seiner Frau Johanna Rosine, geb. Pätz. Der Vater stirbt am 23. November. 1814 heiratet Wagners Mutter den Maler, Dichter und Schauspieler Ludwig Geyer. Am 30. September 1821 Tod Geyers.
1843 02.02. Nach dem Riesenerfolg des Rienzi (Uraufführung: 20.10.1842) und der Uraufführung des Fliegenden Holländers (02.01.1843) wird Richard Wagner zum königlich sächsischen Hofkapellmeister an der Dresdner Oper ernannt.
1846 02.03. Wagner reicht der Intendanz die kritische Denkschrift Die Königliche Kapelle betreffend ein, die zahlreiche Reformvorschläge beinhaltet. Sie wird ignoriert.
1848 11.05. Wagner reicht einen Entwurf zur Organisation eines deutschen Nationaltheaters für das Königreich Sachsen beim zuständigen Ministerium ein. Er bleibt folgenlos.
Im Spätsommer entsteht der Aufsatz Die Wibelungen / Weltgeschichte aus der Sage.
Wagner beginnt sein neues Kunstideal zu entwickeln, zu dessen Verwirklichung ihm die Revolution als nötig erscheint. Er begeistert sich für den Anarchismus.
  04.10. Wagner entwirft "Die Nibelungensaga" als erste Prosavorstudie für den späteren Ring des Nibelungen.
  20.10. Prosaentwurf zu Siegfrieds Tod abgeschlossen.
  28.11. Wagner schließt die Dichtung Siegfrieds Tod in der Urfassung ab.
1849 Mai Aufstand in Dresden, der blutig niedergeschlagen wird. Wagner, der aktiv beteiligt war, kann in die Schweiz entkommen. In Deutschland wird er steckbrieflich gesucht.
  Juli Wagner schreibt Die Kunst und die Revolution, eine konsequent antikapitalistisch-poetische Schrift. Sein Kunstideal orientiert sich an der griechischen Antike.
  04.11. Wagner beendet die Schrift Das Kunstwerk der Zukunft, die er Ludwig Feuerbach widmet. Erstmals fällt der Begriff vom "Gesamtkunstwerk der Zukunft", als Gemeinschaft sowohl der Künste als auch der kollektiv Mitwirkenden, der "Genossenschaft aller Künstler".
1850 14.09. Erste Andeutung der Festspiel-Idee gegenüber E.B.Kietz, die von nun an Wagner mehr und mehr fasziniert und zur Voraussetzung einer Aufführung der Tetralogie Der Ring des Nibelungen wird, der ab 1851 entsteht. In der Folgezeit werden Zürich und Weimar als künftige Festspielorte erwogen.
1851 10.01. Oper und Drama, Wagners theoretisches Hauptwerk, wird abgeschlossen.
  August Wagner schließt die autobiografisch intendierte Schrift Eine Mitteilung an meine Freunde ab, an deren Schluß die Ankündigung des Rings steht.
  12.11. Wagner beabsichtigt mit dem Ring, so schreibt er in einem Brief, den Menschen der Revolution dann die Bedeutung dieser Revolution zu erkennen zu geben.
1853   Die Ring-Dichtung erscheint als Privatdruck.
1863   Am Jahresende entsteht das "Vorwort" zur ersten öffentlichen Herausgabe der Ring-Dichtung, die 1863 erfolgt. Darin entwickelt Wagner den genauen Plan eines künftigen Festspiels und Festspielhauses. Die Finanzierung denkt sich Wagner entweder durch private Gönner oder durch die "Tat" eines Fürsten. Er schließt das Vorwort mit der Frage: "Wird dieser Fürst sich finden?"
1864   Durch König Ludwig II. von Bayern wird Wagner nach München berufen und so gerettet. Der König will für Wagner ein Festtheater errichten lassen, in dem Der Ring des Nibelungen aufgeführt werden soll. Gottfried Semper wird damit beauftragt.
1865   Semper schlägt ein Provisorium im Glaspalast in München vor, das Wagners Sinn für Zweckmäßigkeit sehr nahe kommt. Der König dagegen will ein prachtvolles Monumentaltheater an der Isar herstellen lassen. Wagner reagiert zunehmend reservierter auf diese Pläne. Mit Wagners Abreise aus München am 10.12. werden die Pläne zu Festspielen und einem besonderen Theater in dieser Stadt im Grunde beendet. Diskussionen und Planungen ziehen sich noch bis Ende der 60er Jahre hin.
1870 05.03. Bereits zuvor durch Hans Richter auf die Bühne des einstigen markgräflichen Theaters in Bayreuth aufmerksam gemacht, schlägt Wagner im Konversationslexikon den Artikel ‚Bayreuth' nach und richtet ab sofort seine Hoffnungen auf diese Stadt als einen möglichen Festspielort.
1871 16.04. Richard Wagner besucht erstmals Bayreuth, um es als Aufführungsort in Augenschein zu nehmen. Das Markgräfliche Opernhaus erweist sich zwar als ungeeignet für Wagners Absichten, aber an Bayreuth findet er Gefallen und beschließt bald darauf, sich sowohl dort anzusiedeln als auch sein Theater dort zu errichten.
Seit Ende 1870 existiert ein Patronatsverein, der 300 000 Taler aufbringen will, um den Bau eines provisorischen Theaters und die Kosten der Aufführungen zu finanzieren.
  12.05. Wagner kündigt von seiner Heimatstadt Leipzig aus erstmals öffentlich Festspiele an.
1872 22.05. Grundsteinlegung zum Bayreuther Festspielhaus.
1873 02.08. Richtfest des Festspielhauses mit Volksfest und Feuerwerk.
1874   Der Bau des Festspielhauses gerät aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ins Stocken, das Münchner Hofsekretariat lehnt die Übernahme einer finanziellen Garantie für Bayreuth ab, so daß das Fest-spielunternehmen vor dem Ruin steht.
  25.01. König Ludwig II. faßt den Entschluß, Wagner und Bayreuth zu helfen.
  20.02. Zwischen dem "Verwaltungsrat der Bühnenfestspiele" und dem Hofsekretariat wird ein Kredit-Vertrag geschlossen, den die Familie Wagner bis 1906 vollständig zurückbezahlt.
Es handelt sich um die Summe von 216.152,42 Mark (ca. 1,66 Millionen Euro).
  21.11. Mit der Partitur der Götterdämmerung ist der gesamte Ring des Nibelungen nach 26 Jahren Arbeit vollendet.
1875   Im Sommer Vorproben für die Festspiele 1876
1876 03.06. Probenbeginn zu den Festspielen
  13.08. Beginn der ersten Bayreuther Festspiele mit der ersten zyklischen Gesamtdarstellung des Ring des Nibelungen (Erstaufführung Das Rheingold, Die Walküre; Uraufführung Siegfried, Götterdämmerung)
  30.08. Nach drei vollständigen Ring-Zyklen gehen die Festspiele zu Ende. Im Herbst erreicht Wagner die Nachricht, daß sie mit einem Defizit von rund 148.000 Mark (ca. 1,14 Millionen Euro) abgeschlossen wurden. An eine Wiederholung ist vorerst nicht zu denken.
1877 August Beginn der Komposition des Parsifal
  15.09. In einer Ansprache zu den Abgesandten des Bayreuther Patronats resümiert Wagner seine Erfahrungen aus den ersten Festspielen und kündigt die Aufführung aller seiner Werke, beginnend mit dem Fliegenden Holländer, in Bayreuth an.
1878 31.03. Zur Abdeckung des Bayreuther Defizits kommt ein Tantieme-Vertrag mit München zustande: Bayreuth erhält ein verzinstes Darlehen von 100.000 Mark (ca. 766.938 Euro), das aus den Tantiemen der Münchner Wagner-Aufführungen zurückgezahlt wird.
1880 31.03. Wagner äußert für die Bayreuther Festspiele den Gedanken einer "dauernden Stiftung".
  28.09. Wagner teilt dem König seinen Wunsch mit, den Parsifal Bayreuth allein vorzubehalten.
1882 13.01. Wagner vollendet die Partitur des Parsifal
  02.07. Beginn der Parsifal - Proben in Bayreuth
  26.07. Uraufführung des Parsifal bei den zweiten Bayreuther Festspielen.
1883 13.02. Richard Wagner stirbt in Venedig und wird am 18.02. im Garten seines Hauses "Wahnfried" in Bayreuth beigesetzt.

Literatur:

  • Martin Gregor-Dellin: Richard Wagner. Sein Leben, sein Werk, sein Jahrhundert (Piper Verlag München 1980 ff.)
  • Cosima Wagner: Die Tagebücher (Piper Verlag München 1976/1977) [z.Zt. nicht lieferbar]



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