Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Jerome Hines (1958)
Portraitfoto Jerome Hines (1958)
Portraitfoto Jerome Hines (1958) <b>Jerome Hines als Wotan</b>. Der Ring des Nibelungen (Inszenierung von Wolfgang Wagner 1960 – 1964)

Jerome Hines

* 08.11.1921 in Hollywood, USA
† 04.02.2003 in New York

Eigentlich Jerome Heinz; zuerst Mathematik- und Chemiestudium an der Universität von Los Angeles, seit 1938 Ausbildung der Stimme durch Gennaro Curci; auch Schüler von Samuel Margolis in New York und von Rocco Pandiscio. Er debütierte 1941 an der Oper von San Francisco als Monterone im »Rigoletto« und sang dann den Biterolf im »Tannhäuser«. Er sang anschließend am Opernhaus von New Orleans und mit verschiedenen amerikanischen Orchestern zusammen. Arturo Toscanini förderte die Karriere des jungen Sängers, der 1946 den Prix Caruso gewann. 1946 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, deren Mitglied er seitdem für mehr als 40 Jahre (!) geblieben ist (Debüt als Sergeant in »Boris Godunow«). Hier war er 1948 an der Premiere von Brittens Oper »Peter Grimes« beteiligt. 1959 wirkte er in der Erstaufführung von Verdis »Macbeth« mit. An der Metropolitan Oper ist er insgesamt in 45 verschiedenen Partien und in mehr als 590 Vorstellungen aufgetreten; von diesen Partien seien hier nur der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Sparafucile im »Rigoletto«, der Colline in »La Bohème«, der König Philipp wie der Großinquisitor im »Don Carlos«, der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Gurnemanz im »Parsifal«, der Basilio im »Barbier von Sevilla« und der Boris Godunow genannt. Gastspiele an den Opern von Rio de Janeiro, Säo Paulo, Mexico City und am Teatro Colón von Buenos Aires brachten große Erfolge. 1953 sang er bei den Festspielen von Glyndebourne und Edinburgh den Nick Shadow in »The Rake's Progress« von Strawinsky. 1954 feierte man ihn in München als Don Giovanni. Glanzvolle Gastspiele auch an der Grand Opéra Paris, an der Wiener Staatsoper, an der Oper von Rom, beim Maggio musicale Florenz und 1958-59 an der Mailänder Scala. Seit 1958 trat er bei den Festspielen von Bayreuth auf; hier hatte er 1958-59 als Gurnemanz im »Parsifal«, 1959 als Marke im »Tristan« und 1960-61 sowie 1963 als Wotan im Nibelungenring seine Erfolge. Berühmt auch als Boris Godunow (den er u.a. auch 1962 am Bolschoj Theater Moskau sang) und als Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«. Seine Karriere dauerte sehr lange; noch 1986 gastierte er an der Oper von Cincinnati als Sarastro, 1990 in New Orleans als Oroveso in Bellinis »Norma«. 1991 wurde sein 50jähriges Bühnenjubiläum festlich begangen, 1992 trat er bei der Long Beach Opera als Fiesco in Verdis »Simon Boccanegra« auf. 1968 erschien seine Selbstbiographie unter dem Titel »This is My Story. This is My Song«. Er war auch als Konponist tätig und schrieb eine Oper »I Am The Way«, deren Inhalt das Leben Jesu zugrunde liegt. - Reich gebildete Stimme von einer unerschöpflichen Tonfülle und einer besonderen Intensität des dramatischen Ausdrucks, gleich vortrefflich im Wagner-Repertoire wie auf allen anderen Gebieten der Oper und des Oratoriums.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999

Stimmlage:
Baß-Bariton

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
1963 Die Walküre Wotan
1961 Die Walküre Wotan
1961 Das Rheingold Wotan
1960 Die Walküre Wotan
1959 Tristan und Isolde Marke
1959 Parsifal Gurnemanz
1958 Parsifal Gurnemanz



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