Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Gundula Janowitz
Portraitfoto Gundula Janowitz

Gundula Janowitz

Sie verbrachte ihre Jugend in Graz und arbeitete nach dem Tod ihres Vaters zeitweilig als Stenotypistin. Ausbildung der Stimme am Steiermärkischen Konservatorium Graz bei Herbert Thöny. Mit einem Stipendium der Grazer Richard-Wagner-Gesellschaft kam sie 1959 nach Bayreuth und sang 1960 bei den dortigen Festspielen ein Blumenmädchen im »Parsifal«. Durch Herbert von Karajan wurde sie 1960 sogleich an die Wiener Staatsoper engagiert (Antrittsrolle: Barbarina in »Figaros Hochzeit«). An diesem großen Opernhaus erlebte sie einen schnellen Aufstieg, zugleich hatte sie große Erfolge im Konzertsaal. 1963-66 war sie auch an der Oper von Frankfurt a.M. engagiert. 1960-62 erschien sie bei den Festspielen von Bayreuth (Woglinde, Blumenmädchen im »Parsifal«). Gastspiele in Hamburg, Graz und München, 1963 beim Festival von Aix-en-Provence sowie 1964 bei den Festspielen von Glyndebourne. 1964 sang sie als erste dramatische Partie die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss. 1967 kam sie an die New Yorker Metropolitan Oper, an der sie aber nur eine einzige Partie, die Sieglinde in der »Walküre«, sang. Bei den Festspielen von Salzburg trat sie seit 1963 fast alljährlich auf. Sie sang dort 1963 und 1970-71 die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1968-70 die Donna Anna im »Don Giovanni«, 1973-77 die Fiordiligi in »Così fan tutte«, 1978-79 die Marschallin im »Rosenkavalier«, 1980-81 die Ariadne in »Ariadne auf Naxos«; dazu trat sie seit 1981 in Salzburg immer wieder in Konzerten und mit Liederabenden hervor. Sie übernahm bei den Salzburger Osterfestspielen 1967-68 die Sieglinde unter H. von Karajan. Seit 1966 auch am Deutschen Opernhaus Berlin wirkend. 1969 großer Erfolg in Berlin und Wien als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra«, womit sie eine intensive Beschäftigung mit dem italienischen Repertoire einleitete. 1976 Gastspiel an der Covent Garden Oper London als Donna Anna im »Don Giovanni«, 1978 als Ariadne auf Naxos. 1973 großer Erfolg an der Grand Opéra Paris als Gräfin in »Figaros Hochzeit«, 1986 bei der Japan-Tournee der Staatsoper Wien als Marschallin im »Rosenkavalier«. 1987 hörte man sie an der Wiener Staatsoper als Klytämnestra in »Iphigenie in Aulis« von Gluck und im gleichen Jahr bei den Festspielen von Mörbisch am Neusiedler See in der Titelrolle der Operette »Gräfin Mariza« von Kálmán. Höhepunkte in ihrem umfassenden Bühnenrepertoire bildeten weiter die Agathe im »Freischütz«, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Desdemona in Verdis »Othello« (eine ihrer größten Kreationen), die Arabella und die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss. Im Konzertsaal als große Oratorien- und Lied-Interpretin gerühmt. Seit etwa 1970 widmete sie sich in besonderer Weise dem Liedgesang. Noch 1993 gab sie einen Liederabend in Berlin. 1990 übernahm sie die Direktion des Theaters von Graz, von der sie aber 1991 wieder zurücktrat.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Stimmlage:
Sopran

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
1963 IX. Symphonie Sopran
1962 Götterdämmerung Woglinde
1962 Das Rheingold Woglinde
1962 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1961 Parsifal Klingsors Zaubermädchen
1960 Lohengrin 1. Edelknabe
1960 Parsifal Klingsors Zaubermädchen



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