Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Placido Domingo (2000)
Portraitfoto Placido Domingo (2000)
Portraitfoto Placido Domingo (2000) <b>Placido Domingo als Parsifal</b>. Parsifal (Inszenierung von Wolfgang Wagner 1989 – 2001)

Plácido Domingo

Die Eltern des Künstlers, der Bariton Placido Domingo Ferrer (1907-87) und die Sopranistin Josefa (Pepita) Embil, waren bekannte spanische Zarzuela-Sänger, die aus Saragoosa stammten. Im Alter von acht Jahren kam er mit seiner Familie nach Mexiko. Hier leitete sein Vater als Impresario eine reisende Zarzuela-Kompanie. Am Konservatorium von Mexico City studierte er Orchesterleitung, Klavierspiel und Gesang. Seine Geasangslehrer waren die Pädagogen Franco Iglesias und Carlo Morelli. 1957 stand er erstmalig in Mexico City in einer Baritonpartie in der Zarzuela »Gigantes y cabezudos« von Fernández Caballero auf der Bühne. Nach seiner Umschulung zum Tenor sang er als erste größere Partie an der Monterrey Opera (Mexiko) 1960 den Alfredo in »La Traviata«. und noch im gleichen Jahr an der Oper von Dallas den Arturo in »Lucia di Lammermoor« als Partner der berühmten Primadonna Joan Sutherland. 1962-65 wirkte er an der Hebrew Opera in Tel Aviv. Hier sang er zwölf verschiedene Opernpartien in über 300 Vorstellungen, fast ausschließlich in hebräischer Sprache. Er kam 1965 an die New York City Centre Opera (Antrittsrolle: Pinkerton in »Madame Butterfly«), sang hier u.a. 1966 in der Eröffnungsvorstellung des neuen Hauses im New Yorker Lincoln Center den Titelhelden in »Don Rodrigo« von Ginastera und gastierte 1968 erfolgreich an der Staatsoper von Hamburg. 1966 ersetzte er an der Oper von New Orleans den indisponierten Franco Corelli. 1968 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen; hier ersetzte er bei seinem Debüt wiederum Franco Corelli als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und hatte einen so großen Erfolg, daß er seither für mehr als 25 Jahre einer der großen Stars der Metropolitan Oper blieb. Nun folgten glanzvolle Gastspiele an den führenden Bühnen in aller Welt; er sang an der Mailänder Scala und an den anderen großen Opernhäusern Italiens, an der Covent Garden Oper London (1971 Debüt als Cavaradossi in »Tosca«, dann wieder in der Saison 1973-74), an den Staatsopern von Wien, München und Hamburg, am Deutschen Opernhaus Berlin, in Barcelona und an vielen anderen führenden Opernhäusern. 1974 an der Grand Opera Paris als Arrigo in Verdis »Sizilianischer Vesper«, 1975 in Hamburg als Othello von Verdi zu hören. Bei den Galavorstellungen zur Hundertjahrfeier der New Yorker Metropolitan Oper sang er 1983 den Énée in »Les Troyens« von Berlioz. 1984 erregte er dort als Lohengrin Aufsehen. Am 5.2.1987, dem Tag der Uraufführung von Verdis »Othello« vor hundert Jahren, sang er an der Mailänder Scala die Titelpartie in diesem Werk (wie vor hundert Jahren Francesco Tamagno) und wiederholte diese im gleichen Jahr 1987 an der Covent Garden Oper. Am 23.11.1986 übernahm er in der Uraufführung der Oper »Goya« von G.C. Menotti in Washington die Titelrolle; der Komponist hatte ihm die Partitur der Oper gewidmet. Als man das neue Opernhaus in Houston/Texas 1987 eröffnete, sang er in der Eröffnungsvorstellung den Radames in »Aida«. Große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Salzburg; hier trat er 1981-82 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, 1989-90 als Riccardo in Verdis »Ballo in maschera« auf. In der Saison 1989-90 hörte man ihn am Teatro San Carlos Lisabon, an der Metropolitan Oper und an der Grand Opéra Paris als Othello von Verdi. Am 13.7.1989 sang er in dem Gala-Konzert zur Eröffnung der neu erbauten Opéra Bastille Paris. 1991 bewunderte man an der Metropolitan Oper seine Gestaltung des Parsifal in der gleichnamigen Wagner-Oper, während Jessye Norman die Kundry sang. Er wiederholte diese Partie mit grandiosem Erfolg 1991 an der Mailänder Scala und 1992-93 sowie 1995 bei den Festspielen von Bayreuth. 1992 wirkte er in den spektakulären Konzerten bei der Weltausstellung von Sevilla und bei der Olympiade von Barcelona mit, wie er denn überhaupt oft in Freiluft-Konzerten vor zehntausenden von Zuhörern auftrat, zusammen mit den Tenören Luciano Pavarotti und José Carreras (erstmals 1990bei der Fußballweltmeisterschaft in Italien in den Thermen des Caracalla in Rom, dann zahlreiche Tourneen, u.a. 1996 eine Welt-Tournee). 1992 war er an der Metropolitan Oper als Hoffmann, an der Wiener Staatsoper als Siegmund in der »Walküre« zu hören, bei den Festspielen von Verona 1993 als Canio im »Bajazzo«, 1994 als Othello von Verdi, 1993 an der Metropolitan Oper als Stiffelio in der gleichnamigen Verdi-Oper, eine Partie, in der er auch 1995 in Madrid gastierte. 1994 sang er am Opernhaus von Bonn die Titelrolle in »Il Guarany« von Carlos Gomes, an der Mailänder Scala (und 1996 an der Metropolitan Oper) den Siegmund, 1996 bei den Salzburger Osterfestspielen den Othello. Allgemein galt er als einer der größten Tenöre seiner künstlerischen Generation, nicht zuletzt auch als großer Darsteller auf der Opernbühne. Gelegentlich ist er auch als Dirigent in Erscheinung getreten. So dirigierte er 1973 am Teatro Liceo Barcelona die Verdi-Oper »Attila«, 1985 an der Metropolitan Oper »Roméo et Juliette« von Gounod (und später weitere Opern). Seit 1970 hatte er seinen Wohnsitz in der spanischen Hauptstadt Madrid; in zweiter Ehe mit der mexikanischen Sängerin Marta Ornelas verheiratet, die ihre Karriere jedoch zu Beginn der siebziger Jahre aufgab und sich ganz der Betreuung ihres Gatten und ihren beiden Söhne widmete. (Seit 1991 trat sie als Opernregisseurin hervor, u.a. 1992 im Rahmen der Weltausstellung von Sevilla mit einer Inszenierung von »Tosca«, 1993 in Los Angeles mit »Rigoletto«, 1994 in Bonn mit »La Rondine« von Puccini). Als bei dem verheerenden Erdbeben im September 1985 in Mexico City mehrere Familienangehörige des Künstlers umkamen, sagte er für ein Jahr alle Verpflichtungen zugunsten einer weltweiten Konzerttournee für die Erdbebenopfer ab. Mit der Spielzeit 1995-96 wurde er künstlerischer Direktor der Washington Opera. - Eine Selbstbiographie des Sängers erschien 1983 unter dem Titel »My first 40 Years«.

Nach:
Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. München: K.G. Saur, 1999



Pitch of voice:
Tenor

Engagements in Bayreuth

Year Opera Part
2000 Die Walküre Siegmund
1995 Parsifal Parsifal
1993 Parsifal Parsifal
1992 Parsifal Parsifal



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